Radieschen

Exotische Radieschen

Es gibt einige sehr interessante und ungewöhnliche Radieschensorten, die nicht nur durch ihre Farben und Formen auffallen, sondern auch durch spezielle Geschmacksnoten und besondere Anbauweisen. Diese „exotischen“ Radieschen bieten eine spannende Abwechslung und eignen sich ideal für Gärtner, die gerne etwas Neues ausprobieren möchten.

Wassermelonen-Radieschen (Raphanus sativus var. “Red Meat”)

Aussehen: Äußerlich sieht dieses Radieschen eher unscheinbar und grün-weiß aus, aber beim Aufschneiden zeigt es ein leuchtend pinkfarbenes, manchmal fast rotes Inneres – daher der Name “Wassermelonen-Radieschen”.

Geschmack: Mild und leicht süßlich, mit einer dezenten Schärfe. Die Schärfe nimmt nach dem Lagern ab.

Besonderheiten: Dieses Radieschen wird meist größer als die herkömmlichen Sorten und benötigt eine etwas längere Wachstumszeit. Ideal für kühle Jahreszeiten und bringt Farbe in Salate und Rohkostplatten.

Anbauhinweis: Wird am besten im Spätsommer ausgesät und im Herbst geerntet.

Schwarzer Winter (Raphanus sativus var. niger)

Aussehen: Dunkelschwarze, runde oder längliche Knollen mit weißem Inneren.

Geschmack: Sehr scharf und würzig, intensiver als die meisten anderen Radieschen. Die Schärfe lässt sich durch Kochen oder Backen etwas mildern.

Besonderheiten: Dieses Radieschen ist besonders lagerfähig und für den Winteranbau geeignet. Es kann roh, gekocht oder als Heilmittel gegen Husten verwendet werden, da es den Stoffwechsel anregt und das Immunsystem stärkt.

Anbauhinweis: Spätaussaat im Sommer, Ernte im Herbst und ideal für die Winterlagerung.

Purple Plum

Aussehen: Kleine, runde Knollen mit einer intensiv violetten Schale und weißem Inneren.

Geschmack: Mild-würzig und saftig, mit einer leicht fruchtigen Note.

Besonderheiten: Diese Sorte ist schnellwüchsig und eignet sich ideal für die Frühjahrs- und Herbstkultur. Ihre ungewöhnliche Farbe macht sie zum Hingucker in Salaten.

Anbauhinweis: Aussaat im Frühjahr oder Herbst, da es bei zu warmen Temperaturen vermehrt zu Blütenbildung kommen kann.

Rattenschwanz-Radieschen (Raphanus caudatus)

Aussehen: Diese Sorte bildet keine essbaren Knollen, sondern lange, grüne bis purpurne Schoten, die an Rattenschwänze erinnern.

Geschmack: Würzig-scharf und knackig, ähnlich wie herkömmliche Radieschen, jedoch ohne die Knollentextur.

Besonderheiten: Die Schoten werden roh oder eingelegt gegessen und sind eine beliebte Zutat in asiatischen Gerichten. Die Pflanze ist sehr ertragreich und bildet während der gesamten Saison neue Schoten.

Anbauhinweis: Sehr unkompliziert und ideal für den Sommeranbau. Sobald die Schoten etwa 10–15 cm lang sind, können sie geerntet werden.

Chinese Green Luobo (Grünes Rettichradieschen)

Aussehen: Längliche, hellgrüne Knollen mit einem weißen bis grünlichen Inneren.

Geschmack: Mild mit einem leicht süßlichen, erfrischenden Aroma. Es hat weniger Schärfe als andere Radieschen.

Besonderheiten: Diese asiatische Sorte wird oft in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet und ist eine Besonderheit auf dem Teller, da sie sowohl als Rohkost als auch gekocht oder fermentiert schmeckt.

Anbauhinweis: Geeignet für die Aussaat im Spätsommer oder Herbst.

Misato Rose (Misato Red oder “Red Heart”)

Aussehen: Runde bis ovale Knollen mit einer grünlich-weißen Schale und intensiv rosafarbenem bis rotem Fruchtfleisch.

Geschmack: Mild und leicht süßlich, mit einer dezenten Schärfe im Nachgang.

Besonderheiten: „Misato Rose“ ist eine japanische Sorte und eine wunderschöne Dekoration für Salate oder Rohkostgerichte. Besonders saftig und knackig.

Anbauhinweis: Kann wie andere Winterradieschen im Spätsommer gesät werden und im Herbst geerntet werden.

Daikon-Rettich (Raphanus sativus var. longipinnatus)

Aussehen: Große, weiße, längliche Wurzelknolle, die bis zu 30 cm lang und 5–8 cm dick wird.

Geschmack: Mild und erfrischend, mit einer leichten, süßen Schärfe.

Besonderheiten: In Japan und anderen asiatischen Ländern ist Daikon ein Grundnahrungsmittel, das roh, gekocht oder eingelegt verzehrt wird. Besonders beliebt für asiatische Gerichte und Suppen.

Anbauhinweis: Wird meist im Sommer ausgesät und im Herbst geerntet. Daikon benötigt viel Platz und eine tiefe Bodenbearbeitung.

Pflege- und Anbautipps für exotische Radieschen

  1. Standort und Boden: Exotische Radieschen mögen lockeren, gut durchlässigen und humusreichen Boden, ähnlich wie herkömmliche Radieschen. Der Boden sollte tief gelockert werden, insbesondere für Sorten wie Daikon oder die Chinese Green Luobo, die in die Tiefe wachsen.
  2. Gießen: Die meisten exotischen Sorten benötigen eine gleichmäßige Wasserversorgung, da Schwankungen schnell zu holzigen oder rissigen Knollen führen können. Eine Mulchschicht hilft, die Feuchtigkeit gleichmäßig im Boden zu halten.
  3. Düngung: Eine moderate Kompostgabe im Frühjahr reicht meist aus, da zu viel Stickstoff das Blattwachstum anregt und die Knollenbildung hemmt.
  4. Schädlingsschutz: Radieschen sind häufig von Erdflöhen und Blattläusen betroffen. Ein Insektenschutznetz oder Mischkultur mit stark riechenden Pflanzen wie Zwiebeln oder Knoblauch kann helfen.
  5. Ernte und Lagerung: Exotische Radieschen werden je nach Sorte entweder jung und frisch verzehrt oder können, wie beim schwarzen Winterrettich, eingelagert werden.

Exotische Radieschen-Samen kaufen

Exotische Radieschensorten findest du oft bei speziellen Saatgut-Anbietern wie:

  • Dreschflegel und Bingenheimer Saatgut für biologische und samenfeste Sorten
  • Reinsaat und Kiepenkerl führen oft spezielle asiatische Sorten oder außergewöhnliche Radieschen

Samenvermehrung bei exotischen Radieschen

Die meisten exotischen Radieschen sind samenfest und lassen sich gut vermehren. Die Schritte ähneln denen herkömmlicher Radieschen:

  1. Blütenbildung fördern: Lasse einige Pflanzen stehen, bis sie blühen und Samen produzieren. Die Blüten sind klein und weiß bis rosa und werden von Insekten bestäubt.
  2. Samen gewinnen: Die Samen entwickeln sich in langen Schoten, die nach der Reife trocken und bräunlich werden. Diese können vorsichtig geerntet, getrocknet und aufgebrochen werden, um die Samen zu gewinnen.
  3. Lagerung: Samen kühl, trocken und dunkel lagern. Exotische Radieschen-Samen bleiben meist 2-3 Jahre keimfähig.

Diese ungewöhnlichen Radieschen bieten sowohl optisch als auch geschmacklich Vielfalt und bringen Spannung ins Gemüsebeet.

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Die größten Radieschen

Es gibt tatsächlich einige größere Radieschensorten, die oft als „Riesenradieschen“ bezeichnet werden. Diese Sorten unterscheiden sich von den herkömmlichen, kleineren Radieschen durch ihre beachtliche Größe, kräftigen Geschmack und ihre oft leicht schärfere Note.

5 Riesenradieschen-Sorten nach Größe und Gewicht

Riesen von Aspern

  • Größe/Gewicht: 80–120 g
  • Geschmack: Kräftig, mit leicht süßlichen Noten
  • Schärfe: Mild bis mäßig scharf
  • Beschreibung: Große, ovale Knollen mit kräftig roter Farbe und saftiger Konsistenz. Diese Sorte wird gerne roh gegessen und bringt durch ihre Größe einen beachtlichen Ertrag.
  • Samenfest oder F1: Samenfest
  • Besonderheiten: Die Knollen neigen dazu, schnell holzig zu werden, daher ist eine rechtzeitige Ernte wichtig.

Riesenbutter

  • Größe/Gewicht: 50–80 g
  • Geschmack: Mild, leicht süßlich und sehr saftig
  • Schärfe: Gering
  • Beschreibung: Rundliche, rote Knollen mit einer besonders zarten und butterartigen Textur. Der milde Geschmack macht sie ideal für Salate und Rohkost.
  • Samenfest oder F1: Samenfest
  • Besonderheiten: Diese Sorte ist dank ihrer geringen Schärfe besonders kinderfreundlich und sollte gleichmäßig gegossen werden, um saftig zu bleiben.

Ostergruß Rosa 2

  • Größe/Gewicht: 30–50 g
  • Geschmack: Würzig und intensiv, knackig in der Konsistenz
  • Schärfe: Mittel
  • Beschreibung: Längliche Knollen mit auffälliger rosa bis violetter Farbe. Sie sind besonders dekorativ und bringen eine schöne Würze in Salate.
  • Samenfest oder F1: Samenfest
  • Besonderheiten: „Ostergruß Rosa 2“ ist widerstandsfähig und gedeiht auch bei kühleren Temperaturen gut, ideal für Frühjahr und Herbst.

Zlata

  • Größe/Gewicht: 20–30 g
  • Geschmack: Mild mit leicht nussigem, erdigem Aroma
  • Schärfe: Leicht bis mäßig scharf
  • Beschreibung: Eine gelbe, rundliche Sorte, die durch ihre außergewöhnliche Farbe und milden Geschmack auffällt. Eignet sich ideal für die Rohkostküche.
  • Samenfest oder F1: Samenfest
  • Besonderheiten: Diese Sorte ist pflegeleicht und benötigt eine gleichmäßige Wasserversorgung für optimale Knollenbildung.

Saxa 3

  • Größe/Gewicht: 15–25 g
  • Geschmack: Frisch und würzig, mit kräftiger Schärfe
  • Schärfe: Mittel bis stark scharf
  • Beschreibung: „Saxa 3“ gilt oft als Standardradieschen, kann aber bei guter Pflege beachtlich groß werden. Sie ist scharf und knackig und bringt eine gute Würze in Salate.
  • Samenfest oder F1: Samenfest
  • Besonderheiten: Diese schnell wachsende Sorte ist für den frühen Anbau geeignet und liefert in kurzer Zeit eine gute Ernte.

Standort und Bodenanforderungen

Riesenradieschen bevorzugen lockeren, humusreichen und gut durchlässigen Boden. Der Boden sollte tief gelockert und mit Kompost angereichert werden, damit die Wurzeln gut wachsen können und die Knollen nicht verformt werden.

Aussaat und Pflanzabstand

  • Die Aussaat kann ab März direkt ins Freiland erfolgen. Ein Pflanzabstand von 10 cm zwischen den Pflanzen und 20 cm zwischen den Reihen ist ideal, damit die Knollen groß und rund wachsen können.

Bewässerung und Düngung

  • Bewässerung: Radieschen benötigen gleichmäßige Feuchtigkeit im Boden, besonders während der Knollenbildung. Unregelmäßige Bewässerung kann die Knollen holzig und scharf machen.
  • Düngung: Riesenradieschen benötigen nur wenig Dünger. Eine leichte Kompostgabe im Frühjahr ist in der Regel ausreichend. Zu viel Stickstoff fördert das Blattwachstum auf Kosten der Knollen.

Erntezeit

  • Die Erntezeit liegt bei etwa 6–8 Wochen, je nach Sorte und Wetterbedingungen. Riesenradieschen sollten nicht zu lange im Boden verbleiben, da sie sonst holzig werden und schärfer im Geschmack sind.

Samenvermehrung

Die meisten Riesenradieschen-Sorten sind samenfest, das bedeutet, sie behalten ihre Sorteneigenschaften auch in der nächsten Generation bei und eignen sich daher für die Saatgutvermehrung.

Schritte zur Saatgutgewinnung

  1. Blütenbildung fördern: Lass einige Pflanzen nach der Ernte stehen, bis sie Blüten bilden. Radieschen blühen in der Regel im späten Frühjahr oder Sommer. Die Blüten sind klein, weiß oder rosa, und ziehen Insekten an, die für die Bestäubung sorgen.
  2. Schotenbildung abwarten: Nach der Blüte bilden sich lange, grüne Schoten. Diese enthalten die Samen. Die Schoten müssen vollständig reifen und bräunlich-trocken werden. Das dauert meist einige Wochen bis Monate, je nach Witterung.
  3. Samenschoten ernten: Sobald die Schoten trocken und bräunlich sind, können sie vorsichtig geerntet werden. Am besten wird der gesamte Fruchtstand abgeschnitten und zum Nachreifen und Trocknen an einem luftigen, trockenen Ort aufgehängt.
  4. Samen entnehmen: Zerbrösele die Schoten vorsichtig, um die Samen zu entnehmen. Die Samen sollten dann nochmals gründlich trocknen, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  5. Lagerung: Die Samen an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort aufbewahren, idealerweise in einer Papiertüte oder einem verschließbaren Glasbehälter. Richtig gelagert, bleiben die Samen mindestens zwei Jahre lang keimfähig.

Hinweis zur Bestäubung:

Radieschen sind Kreuzblütler und können sich mit anderen Radieschen oder nah verwandten Pflanzen (z. B. Rettich, Rucola) kreuzen. Wenn du sortenreines Saatgut willst, ist es wichtig, dass du die Pflanzen isolierst, entweder durch räumlichen Abstand oder durch das Abdecken mit einem Blütennetz.

Samen kaufen

Falls du zusätzlich Samen kaufen möchtest, hier einige Anbieter für samenfeste Riesenradieschen:

  • Bingenheimer Saatgut: Ökologisches, samenfestes Saatgut.
  • Dreschflegel Saatgut: Fokus auf biologische und samenfeste Sorten.
  • Samen Maier und Kiepenkerl: Großes Sortiment, auch für spezielle Sorten wie Riesenradieschen.

Zusammenfassung

Riesenradieschen sind eine großartige Alternative zu kleineren Radieschen und bieten sowohl im Geschmack als auch in der Optik Abwechslung. Die meisten dieser Sorten sind samenfest, sodass du die Pflanzen für die nächste Saison vermehren kannst. Die eigene Saatgutgewinnung macht nicht nur Spaß, sondern sorgt auch für eine nachhaltige Anbauweise und ein schönes Gartenprojekt.

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